‚Unaufgeregte Psychologie‘

Resiliente Teams: Fit für die Zukunft

Um das Buzzword Resilienz kamen wir in den letzten Jahren kaum vorbei. Zur Erinnerung: Resilienz ist unsere Fähigkeit zur psychischen Widerstandskraft bei Herausforderungen und Krisen. Das Immunsystem unserer Seele. Gerade in der aktuellen Situation merken wir: Da könnte was dran sein. Wir merken in Privatleben und Beruf, wie wichtig Resilienfaktoren wie Optimismus, Lösungsorientierung, Unterstützungsnetzwerke, Akzeptanz und Erleben von Selbstwirksamkeit sind. Welche Rolle spiel Resilienz innheralb von Teams?

Ihr habt euch schon mal mit dem Thema Resilienz auseinandergesetzt und in euren Alltag integriert?* Wunderbar! Damit seid ihr eine wichtige Ressource für euer Team. Allerdings bedeutet es noch nicht, dass auch euer Team resilient auf Herausforderungen agiert, wenn die einzelnen Personen bereits resilienter sind. Trotz deiner individuellen Resilienz könnte die Kommunikation innerhalb des Teams lückenhaft sein, sodass es zu Missverständnissen kommt. Es könnten Unklarheiten über gemeinsame Ziele oder Unzufriedenheit mit der Führung bestehen.

*Falls ihr euch an dieser Stelle denkt „Ich weiß gar nicht genau, wie ich Resilienz persönlich nutzen kann.“, dann schreibt mir doch gerne eine Nachricht. Gemeinsam schauen wir uns in einem Coaching an, wie du das Immunsystem deiner Seele stärken kannst und dadurch mehr Wohlbefinden, Energie und Zufriedenheit im Berufsalltag erlebst.

Eine Gruppe resilienter Personen ist noch kein resilientes Team

Es ist so, dass euer Team aus mehr als nur der Summe eurer einzelner Fähigkeiten und Kompetenzen besteht. Das bedeutet, dass ihr auch als Team gemeinsam Fähigkeiten und Kompetenzen erwerben und anwenden müsst, um mit Herausforderungen und Krisen erfolgreich umgehen zu können. Oft geht es auch nur um kleinere Herausforderungen wie Unterbesetzung während Urlaubsphasen und dadurch entstehende Mehrarbeit für KollegInnen oder Zeitdruck in stressigen Phasen.

Wenn diese aber parallel ablaufen, sich summieren und/oder nicht als eine Herausforderung wahrgenommen oder angesprochen werden, entzieht es eurem Team langsam die Energie. Irgendwann wird der Zustand als normal empfunden oder man hat den Eindruck „es ändert sich eh nichts“.

Was Teams schwächt

Die schlechte Stimmung im Team oder mangelnde Leistungsfähigkeit werden hingenommen. Gerade dann ist das Team besonders anfällig für kurzfristig auftretende Herausforderungen, für die schnell eine Lösung gefunden werden muss und die eure Kapazitäten stark beanspruchen. Und wie hoch ist dann noch der Tank an Ressourcen, auf die zurückgegriffen werden kann? Es befinden sich dann nur noch wenige bis kaum Ressourcen darin, die zur Bewältigung genutzt werden können. Ihr „arbeitet auf Sparflamme“ oder „geht auf dem Zahnfleisch“.

Tritt so eine Situation ein, wirkt sich das negativ auf die Leistung, Stimmung und Gesundheit aus. Das Team wird sich zudem langsamer von der Herausforderung erholen können, da Ressourcen erst wieder mühselig hergestellt werden müssen (z.B. Zeit, die für Gespräche, Korrektur der Fehler etc. aufgewendet werden muss).

Resiliente Teams

Kann das Team bei der aktuten Herausforderung auf einen gut gefüllten Tank an Lösungen, Ideen, gute Laune, Gesundheit und funktionierenden Strukturen zurückgreifen, werden nur kurzzeitig einige Ressourcen aus dem Tank entnommen. Das ermöglicht es dem Team, schneller wieder in den Ursprungszustand ihrer Zusammenarbeit zurückzufinden. Gleichzeitig leidet die Gesundheit, das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Stimmung oder Qualität der Arbeit nicht darunter. Ein weiteres Merkmal resilienter Teams ist, dass sie Herausforderungen frühzeitig erkennen und ansprechen. Sie kennen Anzeichen für Belastungen und antizipieren mögliche Probleme regelmäßig.

Für spätere Herausforderungen sind solche Teams auch viel besser gewappnet: Sie lernen aus der Erfahrung und ziehen Erkenntnisse für die Zukunft daraus! Resiliente Teams zeigen also vor, während und nach einer Herausforderung andere Verhaltensweisen und verfügen über bestimmte Fähigkeiten:

  • Herausforderungen werden wahrgenommen, angesprochen und proaktiv bewältigt
  • Teamfitness (Stimmung, Gesundheit, Kommunikation) wird gefördert und aufrechterhalten
  • Ressourcen werden im Arbeitsalltag aktiv aufgebaut (durch Kommunikations- & Fehlerkultur, Teambuilding) und gespeichert
  • Erholung nach einer Herausforderung setzt schneller ein, sodass das Ursprungsniveau wieder erreicht wird und die Teamfitness ggfs. Durch diese Erfahrung sogar noch gestärkt wird
  • Lebensfähigkeit des Teams profitiert von den genannten Fähigkeiten, sodass neue Herausforderungen die Funktionsfähigkeit des Teams nicht in Gefahr bringen können

Um diese Fähigkeiten zu entwickeln und Teamresilienz aufzubauen, sind vier Faktoren entscheidend:

Psychologische Sicherheit
Vertrauen in die Wirksamkeit des Kollektivs
Gemeinsame Mentale Modelle
Improvisationsfähigkeit

 

In Kürze werde ich in weiteren Artikeln darauf eingehen, warum diese Faktoren für Teamresilienz eine Rolle spielen und wie ihr sie im Team fördern könnt.

Wer schreibt hier?

Hi, ich bin Franziska Kaschub! Als Psychologin, Trainerin und Coach ermögliche ich Teams und Führungskräften, ihre Ressourcen zu aktivieren und erfolgreich einzusetzen. Damit möchte ich zu einer modernen Arbeitswelt beitragen, in der sich Ihre Mitarbeiter persönlich weiterentwickeln und mit Freude zusammenarbeiten. Ihr Unternehmen unterstütze ich dabei in einem Training für Teams und Führungskräfte, bei einem Coaching oder Impulsvortrag. Mehr über mich lesen Sie hier.

Sie möchten regelmäßig über neue Artikel, Tipps und Erkenntnissen aus der unaufgeregten Psychologie informiert werden?

Jetzt zum Newsletter anmelden

Alle News im Überblick

2020-09-14T11:07:39+02:00